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Forscher: Befristungen brauchen Absicherung

Hochheim. Fast jeder zweite Neueingestellte erhält heute nur noch einen befristeten Arbeitsvertrag. „Damit sinken aber zugleich die Chancen, in feste Beschäftigung übernommen zu werden“, stellt der Arbeitsmarktforscher Prof. Dr. Gerhard Bosch vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) fest: „Die Kurzzeitbeschäftigten müssten besser über das Arbeitslosengeld abgesichert werden“. Inzwischen arbeiten neun Prozent aller Beschäftigten in solch unstetigen und kurzfristigen Jobs, 1996 waren es erst sechs Prozent. Prof. Dr. Gerhard Bosch: „Die sozialen Risiken der Kurzzeitbeschäftigten steigen erheblich und müssten besser über das Arbeitslosengeld abgesichert werden“. Wie der aktuelle IAQ-Standpunkt zur Öffentlichen Anhörung des Bundestags-Ausschusses für Arbeit und Soziales (23.04.) zeigt, wird jeder dritte befristete Arbeitsvertrag für weniger als ein Jahr abgeschlossen. Betroffen sind besonders Dienstleistungsbeschäftigte – einschließlich Leiharbeit – und hochqualifizierte Arbeitnehmer, vermutlich weil es zahlreiche Befristungen in Kultur, Wissenschaft und Forschung gibt. Probleme mit mehrfacher Kurzzeitbeschäftigung könnten aber auch „Feste“ bekommen, wenn sie gekündigt werden. Im vergangenen Jahr sind 738.832 Personen aus dem ersten Arbeitsmarkt direkt in Hartz IV gelandet, rund 116.000 mehr als 2008, vermeldet die Bundesagentur. Vorschlag der Wissenschaftler:  Die Rahmenfrist solle wieder von zwei auf drei Jahre erweitert werden, damit die Mindestbeschäftigungszeiten für den Anspruch auf Arbeitslosengeld in einem längeren Zeitraum erworben werden können. Wie viel Arbeitslosengeld es schließlich gibt, regelt sich dann nach den Vorbeschäftigungszeiten. Auch Beschäftigungsdauern schon von vier oder sechs Monaten könnten mit Ansprüchen auf Arbeitslosengeld ausgestattet werden.

Fotohinweis: © Universität Siegen (http://bildergalerie.uni-siegen.de)

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