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3,2 Prozent Frauen in Vorständen der TOP-200-Unternehmen

Mainz: In den Aufsichtsräten und Vorständen in Deutschland gibt es weiterhin kaum Frauen. Mehr als 90 Prozent der 100 größten Unternehmen haben nicht eine einzige Frau im Vorstand. Nach einer neuen Untersuchung des DIW Berlin lag der Frauenanteil 2010 in den Vorständen der Top-200-Unternehmen bei 3,2 Prozent, in den größten 100 sowie den DAX30-Unternehmen sogar bei mageren 2,2 Prozent. „Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass freiwillige Selbstverpflichtungen wie bisher nicht reichen“, sagte DIW-Expertin Elke Holst bei der Vorstellung des DIW-Managerinnen-Barometers. „Wenn die Unternehmen den Frauenanteil in Führungspositionen signifikant steigern wollen, sollten sie sich verbindliche Zielgrößen geben und diese innerhalb fester Zeitrahmen umsetzen.“

Trübe sieht es für Frauen in der Finanzbranche aus. Dort sind mehr als die Hälfte der Beschäftigten Frauen. Bei Banken und Sparkassen war es im Rahmen der Finanzkrise zu massiven Umwälzungen in den Vorständen und Aufsichtsräten gekommen – die Hoffnung, dass sich dadurch auch der Frauenanteil erhöht, hat sich aber nicht erfüllt: Der Frauenanteil in den Vorständen liegt hier bei 2,9 Prozent und damit nur 0,4 Prozentpunkte höher als 2006, bei den Versicherungen befindet er mit 2,5 Prozent auf dem Ausgangsniveau von 2006. 90 der 100 größten Banken und Sparkassen in Deutschland haben reine Männervorstände, auch bei den Versicherungen sind es mehr als 80 Prozent.

In den Aufsichtsräten gibt es auf den ersten Blick mehr Frauen als in den Vorständen: Immerhin 10,6 Prozent der Aufsichtsratsposten in den Top-200-Unternehmen sind in Frauenhand. Der Grund dafür sind die Mitbestimmungsregelungen, erklärte Elke Holst: „Mehr als 70 Prozent der Frauen in Aufsichtsräten sind Arbeitnehmervertreterinnen.“ Nur zwei der 200 größten Unternehmen haben eine Aufsichtsratsvorsitzende: Henkel und die Würth-Gruppe – in beiden Fällen stammen die Vorsitzenden aus der Eigentümerfamilie der Unternehmen. In den Banken und Sparkassen ist der Frauenanteil in den Aufsichtsräten mit 16,3 Prozent am höchsten, dabei spielt es praktisch keine Rolle, ob das Haus öffentlich-rechtlich oder privat ist.

Fotohinweis: © Peter-Kirchhoff/PIXELIO auf www.pixelio.de

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