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Wie ein Outplacement zum New-Placement werden kann

Mainz. Kündigung – wie kommt man schnell zum neuen Job? Gerade in Krisenzeiten müssen sich viele auch mit vermeintlich sicheren und guten Positionen diese Frage stellen – vor allem aber beantworten. Ein Instrument dafür: Outplacements. Hier treffen sich die Interessen von Arbeitgeber und künftigem Nichtmehr-Arbeitnehmer. Vorteil für den Jobsuchenden: Er wird von Profis fit gemacht für den neuen Anlauf. Vorteil fürs Unternehmen: Der Stellenabbau verursacht weniger schädliche „Nebenkriegsschauplätze“. Klaus-Jürgen Wolf, Managing Partner bei der Mainzer Personalberatung Bosmann & Morris und Fachmann für Outplacements, über das, was er lieber „New-Placements“ nennt.

ES: Was macht ein Outplacement so sinnvoll?
Klaus-Jürgen Wolf: Weil man – das gilt für Unternehmen und Mitarbeiter – damit das Beste aus einer unerfreulichen Situation macht. Man behält das Heft des Handelns in der Hand. Daher bezeichne ich diesen Prozess statt Out-Placement auch lieber als New-Placement. Denn das ist das Ziel.

ES: Worin liegen die Vorteile für einen Mitarbeiter?
Klaus-Jürgen Wolf: Die Vorgehensweisen sind natürlich sehr individuell und richten sich nach den jeweiligen Arbeitsbereichen und persönlichen Voraussetzungen. Ein ganz wichtiger Faktor gilt generell: Der Mitarbeiter, die Mitarbeiterin steht nicht allein sondern wird auf dem Weg zum Neustart effizient gecoacht. Und das sollte umfassend geschehen. Beispielsweise dadurch, dass man den Mitarbeitern gezielt hilft, die ,persönliche Entrüstung‘ über die Kündigung zu verarbeiten, von verletzten Gefühlen wieder den Weg zu positiver Energie zu finden. Durch die bestmögliche Vorbereitung verhindern, dass man Chancen nicht nutzen kann – das steht über dem Ganzen.

ES: Was bedeutet bestmögliche Vorbereitung?
Klaus-Jürgen Wolf: Das muss jeweils im Einzelfall ermittelt werden. Die Bandbreite reicht inhaltlich von einer individuellen Ist-Analyse und Bewerbungstraining, dem ,Verstehen‘ von Stellenanzeigen bis zum umfassenden Karriere-Coaching oder konkreter Vermittlung. Für viele ist diese Situation schon sehr lange her. Berater sollten helfen, unterschiedliche Ausbildungskarrieren, Berufswege, aber auch fehlende oder zusätzliche Qualifikationen durch ihre Marktkenntnisse zu optimieren. So etwas kann dann zwischen zwei und fünf Tagen in Einzel-, bei manchen Dingen auch in Gruppenberatungen erfolgen. Weiterhin: Ein solcher Einschnitt ist auch eine Chance, seine berufliche Justierung einmal generell zu überprüfen. Ein guter Berater kann auch hier helfen, inwieweit ein alter Traum mit der Realität des Arbeitsmarktes vereinbar sein kann.

ES: Wo liegen die Vorteile für die Unternehmen?
Klaus-Jürgen Wolf: Eine einschneidende und unerfreuliche Maßnahme wird geschmeidiger gemacht. Es allerdings auf reine Psychologie zu verkürzen, wäre völlig falsch. Ein fairer und menschlich aufgeschlossener Umgang mit abzubauenden Mitarbeitern(MA die entlassen werden), von deren Leistung das Unternehmen lange Jahre profitiert hat, ist eine lohnende Investition. Gegen den allgemeinen Imageschaden durch Kündigungen nach „Gutsherrenart“ braucht man teure Werbekampagnen. Die dadurch steigende Bereitschaft der Ausscheidenden zu rechtlichen Auseinandersetzungen bringt weitere Kosten. Und künftige Personal-Einstellungen werden erschwert, da die Arbeitgebermarke geschwächt wurde. Je nachdem, wie groß der Markt für diese speziellen Mitarbeiter ist, kann dies angesichts des Facharbeitermangels einen erheblichen Rückschlag für die Wachstumschancen bedeuten. Und schließlich sind in der Geschäftsführung und im Betriebsrat auch nur Menschen, die auch lieber neue Mitarbeiter einstellen als die menschlich schwierigen Aufgaben von Entlassungen durchzuführen. Hier folgen wir der Empfehlung der Agentur für Arbeit: „Ziehen Sie frühzeitig Experten zu Rate, professionelle Unterstützung bringt an erster Stelle den Betroffenen aber auch der Geschäftsführung und dem Betriebsrat Erleichterung in der für jeden einzelnen schwierigen Phase.

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